CHEMIEFREIE ERNEUERUNG VON GEBRAUCHTEN BARRIQUE-FÄSSERN

Das Verfahren

Die gebrauchten Barriquefässer werden mit einem CNC-gesteuerten Hochdruckwasserstrahl auf der Innenseite ausgefräst. Der Wasserstrahl wird durch eine Pumpe mit einem Druck von mehr als 3500 bar erzeugt und trifft mit Schallgeschwindigkeit auf die Oberfläche der Fasswand. Die Dicke der abgetragenen Holzschichte kann exakt durch verschieden Prozessparameter eingestellt werden. Der eigentliche Abtragungsvorgang läuft weitgehend automatisch ab.

Die Ausfräsung der gebrauchten Holzfässer erfolgt dabei ohne Zerlegung des Fasses.

Das eingesetzte System besteht aus einer Hochdruckpumpe, einem Fassmanipulator, einem Reinigungssystem und einer Dokumentationseinheit.

Der Wasserstrahl wird mit CNC – gesteuerte Düsenlanzen über die gesamte Innenoberfläche des Fasses geführt.

In die Düsenlanzen integrierte Messsonden erlauben die genaue Aufnahme der Fassgeometrie. Aus den erhaltenen Messwerten wird das CNC-Programm für den Bearbeitungsvorgang berechnet.

Die Kontrolle der gleichmäßigen Bearbeitung der inneren Fassoberfläche erfolgt mit optischen Verfahren.

Im Wege der schrittweisen Abtragung der Innenseite des Holzfasses mit dem Hochdruckwasserstrahl entstehen frassbildartige Strukturen, die die mit Wein in Kontakt tretende Oberfläche wesentlich vergrößern.

Dadurch wird der Stoffübergang vom Holzfass in den Wein beschleunigt und auch intensiviert.

Nach der Innenbearbeitung wird das Fass außen sorgfältig gesäubert. Rotweinflecke werden durch Schleifen weitgehend beseitigt.

Das so fertiggestellte Barriquefass kann auf Wunsch getoastet werden.

Da der Toastvorgang nicht mehr zur Formgebung der Dauben bei der Fassherstellung erforderlich ist, können die rekonditionierten Fässer auch ohne Toastung geliefert werden und lassen sich damit auch zum Ausbau von Weißweinen verwenden. In diesem Fall wird das fertig bearbeitete Fass vor der Auslieferung thermisch sterilisiert.

Für die Toastung eines rekonditionierten Fasses wurde ein eigenes Verfahren entwickelt, bei dem aufgeheiztes Gas mit hoher Geschwindigkeit im Fassinneren zirkuliert wird. Durch die hohe Gasgeschwindigkeit kann die Gastemperatur sehr nahe an der erforderlichen Toasttemperatur gehalten werden, Damit werden die bei Einsatz konventioneller Toastprozesse häufig beobachteten lokalen Überhitzungen der Fassinnenoberfläche sicher vermieden. Außerdem besteht durch eine Verlängerung der Toastdauer die Möglichkeit, die Eindringtiefe der Toastung in die Fasswand zu beeinflussen. Da die Gastemperatur genau geregelt werden kann, ist es möglich, den gewünschten Toastgrad exakt und reproduzierbar einzustellen. Gastemperatur und die Temperatur der Fassinnenwand[2][2] werden während des gesamten Toastprozesses gemessen und können durch Aufzeichnung für jedes Fass dokumentiert werden.